Ich bin zurueck aus Berlin! Ja. Schon seit Freitag. Warum ich keinen Blogeintrag geschrieben habe, ist allerdings eindeutig zu beantworten.
Das komplette Wochenende wurde mein Koerper und meine Seele von einem Killerspiel kontrolliert. Sie lesen richtig, Killerspiele haben mein Wesen bestimmt. Ich konnte einfach nicht anders. Naja egal.
Es handelt sich hier mal um Supreme Commander, was am Freitag rausgekommen ist und bei mir auch schon im Postfach steckte, dank Killervorbestellung. Bin ich froh, dass die Diskussion der Regierung um ein Verbot solcher Spiele nach hinten verschoben wurde, sonst haette ich bestimmt noch einen Bundestrojaner und ne Gefaengnisstrafe mit dazu bekommen. So blieb es aber halt nicht bei der “deutschen Collectors Edition” sondern beim Standardpaket.
Supreme Commander ist lustig. Es spielt sich wie jedes Strategiespiel mit der Maus. Und Bildschirm. Und Computer, das Ding, was da unten steht und brummt. Die Grafik ist angemessen. Detailreichtum bei der Landschaft brauch man nicht wirklich erwarten, Gebaeude und Einheiten haben aber fuer die Masse, die es gibt, ein gutes Aussehen. Wasser und Wiese sehen aber in ihrer Einfachheit mit den paar Baeumen und Wellen spitzenmaessig aus. Da kommt Realitaetsverlust 100% zustande und jeder wird gleich in den naechsten Baumarkt rennen wollen, um sich eine ACU zu konstruieren (ACU sind die Heimwerkerkoenige des ewigen Krieges, die Elitebaumaschinen, auch Commander genannt). Effekte dominieren das Spiel, ueberall blitzt und knallt es, Feuer, Rauch, Photonentorpedos, ganz wie im zweiten Weltkrieg. Wenn das kein Antrieb ist die alte Laserluger auszupacken, weiss ich auch nicht.
Die Soundkulisse ist wie das Effektgehasche einmalig. Auch hier kommt man sich vor wie mitten in einer grossen Schlacht. Ueberall rummst und bummst es, Einheiten geben allerdings nur ein paar wenige Maschinensounds ab, was aber auch zur eindeutigen Identifizierung bei Befehlen hilft.
Spielerisch sticht Supreme Commander mit den Massenschlachten hervor, die es beherbergt. Bis zu 1000 Einheiten pro Spieler Einheitenlimit sind moeglich. Vielleicht wird die Community da nochmal die Latte etwas hoeher setzen wie auch beim geistigen Vorgaenger Total Annihilation, da war das Limit naemlich nicht mehr da, sprich unendlich viel bauen.
Resourcen gibt es nur zwei, Elemente insgesamt vier. Masse, Energie, Feuer, Plasma. Aus Matsch und Energie entstehen meterhohe Roboter, Panzer, Artillerie, Verteidigungsanlagen oder Supereinheiten wie ein grosser fliegender Kaefer, eine fahrende Autofabrik oder ein Ufo a la Independence Day. Alle Einheiten sind maßstabsgetreu gehalten und das Verhaeltnis zueinander richtig umgesetzt. Sogar Atombomben haben einen eher hohen Explosionsradius, auch wenn die radioaktive Strahlung und die Druckwelle anscheinend keinen Schaden macht. Nur Einheiten im Feuerball vergluehen sofort. Feuer und Wasser sind die anderen Elemente, aus denen dann das Meer und die Schlachten bestehen (Das Meer besteht meist aus Wasser und die Schlachten aus Feuer.). Somit hat man mit den vier Elementen einen schoenen Baukasten, der dazu dient, Massenschlachten zu basteln und dem feindlichen Commander die Bude einzurennen.
Probleme hat das Spiel nochn bisschen mit der Performance. Bei mir faengt es auf grossen Karten (40×40 oder 81×81 Quadratkilometer) schon nach ca. 20 Minuten Spielzeit an zu ruckeln. Das mag eventuell an der Menge der Einheiten liegen oder auch an den Berechnungen der KI, welche recht intelligent ist. Wenn das Problem beseitigt ist, sehe ich einer rostigen Zukunft entgegen.