Monday, February 26, 2007

Killerspiele

Mir ist grad aufgefallen, dass ich den keuschen Leuten hier noch garnicht erklaert habe, was denn nun eigentlich Killerspiele sind. Das muss man nun mal umgehend nachholen und der breiten Bevoelkerung auch mal das Gute Boese der Spielewelt praesentieren.

Killerspiele, im Volksmund auch Attentatausbildungsmaschinen, Vergewaltigungssimulatoren WoW oder auch Tetris genannt, sind Spiele, bei denen es darum geht, moeglichst viele moeglichst unschuldige Zivilisten in Grund und Boden zu pwnen (pwnen ist angeblich bayrisch fuer brezeln). Aber warum sollte man soetwas am Computer ueberhaupt tun, wo doch die Wirklichkeit solche Events mit viel mehr Detailverliebtheit (die Open Source-Engine Real World ist schon super) einer besseren Soundkulisse (hoer auf zu schreien und spiel weiter)  und viel besser Simulation (das Blut spritzt aber realistisch) daherkommt.

Nunja, die Antwort ist recht simpel: fast alle Gamer sind zu faul sich von ihrem Stuhl oder Sessel hochzubewegen. Nach nunmehr ewig vielen Aufrufen der Erwachsenen, die Jugend soll doch mehr sich aktiv in der Wirklichkeit beteiligen, hat sich das auch nach juengeren Ereignissen gleich wieder gelegt. Vielmehr soll den Kindern jetzt auch noch ihr ungefaehrlicher PC-Spiel- und Bastelbausatz fuer Atombomben genommen werden. Also bleiben die Gamer dann doch weiter vor dem Rechner sitzen und morden maennliche oder weibliche Pixel aller Altersstufen.

So und was machen diese kleinen pickeligen Rotzloeffel denn da nun am Rechner, fragen sich jetzt sicherlich die Eltern von den Fleischhaufen, die sie da anscheinend gleich in den Sitz vor den Bildschirm reingeboren haben. Ganz einfach, sie spielen Killerspiele. Killerspiele sind Spiele, bei denen es darum geht, seinen Gegner zu ‘toe-ten’ oder ‘pei-ni-gen’. Es ist also fast so wie bei uns in der Wirtschaft oder im ganz normalen gesellschaftlichen Alltag. Man versucht halt einfach besser zu sein als der andere. Ob man das jetzt demonstriert, indem man mit den alliierten Truppen die deutsche Front ueberrennt, seine Haeusser groesser und schoener sind als die anderen, das Auto schneller faehrt als das des Gegners oder man schneller den Gegner anklicken kann, kommt eigentlich immer aufs gleiche raus. In jedem Szenario versucht man den Kontrahenten sozusagen besitztuemlich und gesellschaftlich zu killen, natuerlich hier nur virtuell und in Pixeln, Megabye und Integerwerten. Daher auch der Begriff Killerspiele.

Und jetzt wollen ein paar Deppen Leute, die an Realitaetsverlust leiden durch wirtschaftliche Organisationen das zu verbieten. Naja, sowas legt dann halt auch den Grundstein zur vorlaeufigen Zensur, aber das interessiert ja keine Sau. Daher wurde das jetzt auch verschoben, bis der naechste zufaellig Brot essende Zocker meint ausrasten zu muessen und sich der Wirklichkeit mit dem Jaegerprinzip stellt. Aber vielleicht ist zu dem Zeitpunkt ja was ganz anderes als Suendenbock zu gebrauchen wie z.B. die gesellschaftliche Verrohung, die aktive Zerstoerung der Demokratie, die falsche Verteilung von Vermoegenswerten und somit allgemeiner Wohlstand oder einfach nur die Arbeitslosigkeit. Aber ob wir dann ueberhaupt noch einen Suendenbock brauchen bleibt abzuwarten, schliesslich seid ihr dann ja alle kriminalisiert und ueberwacht bis zum geht-nicht-mehr.

Ich hab grad Bock und zaehl noch ein paar Killerspiele auf, die hier im Blog noch nicht so ausfuehrlich besprochen wurden:

Tetris: Sehr stark vereinfachter Massengrabsimulator mit niedrig aufloesenden Menschen, die vortaeuschen nur Baukloetzchen zu sein. Ausserdem ist das Massengrab auch noch ein Ofen, der die Leute verbrennt, wenn genug drin sind. Hitler soll, so hab ich irgendwo mal gelesen, so ein Ding gespielt haben.

Pong: Rassistisches, stark vereinfachtes Spiel, wo das Ziel ist mit zwei Baseballschlaegern den Kopf einer Person, die einer Minderheit angehoert und ausserdem noch nicht volljaehrig ist, durch die Gegend zu pruegeln. Das Spiel ist sogar fuer den Mehrspielmodus ausgelegt und wird als Hooligantrainer missbraucht.

Counterstrike: Kein wirkliches Killerspiel aber eine Art modernes Versteckspielen bzw. Fanger, auch hier koennen Parallelen zu Gewalt gezogen werden, weil immer einer ne Bombe traegt und einer sich meistens selbst irgendwie toetet.

Solitaire: Tarotkarten ueber Gewalt, Sex, Tod usw.

Sudoku: Killertaschenrechner fuer Arme. Berechnet den Todeszeitpunkt einer beliebigen Person und ist somit gemeingefaehrlich.

Minesweeper: Iraksimulator, man spielt ein einheimisches Kind und versucht so viel wie moeglich Minen NICHT zu finden.

Mir fehlt irgendwie grad die Lust weiteres Fachwissen um fortzusetzen, aber ich denke, ich konnte gut erlaeutern, was eure Kinder da vor dem PC machen, waerend ihr Eltern da draussen euch passiv vorm Fernsehr berieseln lasst.

Posted by UsF at 13:40:14 | Permalink | No Comments »

Tuesday, February 6, 2007

Die 3 Leute

Und nun einmal etwas voellig anderes:

Es gab einmal 3 Leute. Der Erste war dem Zweiten unterstellt und uebermittelte immer viele Sachinformationen an diesen. Der Dritte wusste vom Ersten garnicht so viel, auch wenn er ihn die ganze Zeit ueber mit Aufgaben zudeckte. Nummer Zwei und Drei waren in einer engen Beziehung, die Nummer Drei eigentlich dominieren soll. Es kam aber oft vor, das der Zweite seine Position ausnutzt und den Dritten mit zuviel Nonsense ueberflutete, ihn versuchte zu ueberlasten und dazu bewegen wollte, dass Drei Zwei einfach folgt und macht, was er sagt. Doch der Dritte wollte sich aendern und weniger auf den Zweiten hoeren. Erstens aus dem Grund, dass er dann mehr Zeit haette, zweitens koennte er dann Entscheidungen treffen, die Nummer Eins weniger belasten, weil die Informationen nicht von Nummer Zwei verkrueppelt wurden und zu guter letzt wuerde der Zweite seine Informationen nicht einfach immer so beanstandungslos durchbekommen, falls Nummer Drei nicht weiss, ob sie ueberhaupt Sinn machen.

Ich habe mir heute ein wenig Gedanken gemacht, was denn unser Wesen beeinflusst. Inwieweit ich auf schon bekanntes Wissen zurueckgreif oder das auch einmal gelesen habe, kann ich nicht sagen, es kam heute spontan in meinem Kopf hoch.

Ich glaube, der Mensch bzw. das menschliche Wesen besteht im wesentlichen aus 3 verschiedenen “Ebenen”. Die Koerperebene, die Gefuehlsebene und die Ebene des Geists bilden eine Struktur, die unsere Aktionen und Reaktionen bestimmen. Die Koerperebene ist die reine Sachebene. Hier entstehen Empfindungen wie Schmerz oder auch chemische Reaktionen wie die Ausschuettung von Endorphin. Auf der Koerperebene kommen nur logische Aktionen zu Stande. Auch wuerde ich hier Reflexreaktionen einordnen. Im oberen Text waere dass dann Person 1.
Die Gefuehlsebene verarbeitet die Koerperbene in verstaendliche Informationen. Schmerz wird in ein negatives Gefuehl umgewandelt, ausgeschuettete Endorphine sollen positiv wirken und entsprechend als fuer die geistige Ebene lesbare Information verarbeitet, Person Numero 2. Die hier verarbeiteten Informationen sind nicht unbedingt logisch, sondern von Person zu Person unterschiedlich. Entsprechende Umwandlungsalgorithmen liegen im Gehirn und sind aender- bzw. anpassbar. Diese entwickeln sich im Laufe des Lebens. Die Ebene des Geistes ist die hoechste, unsere vermeindlich logisch denkende, Ebene. Hier kommen nie direkt klare Informationen vom Koerper direkt an, sondern immer nur durch die Gefuehlsebene umgewandelte Signale. Person 3. Ist die Gefuehlsebene vermurkst durch was auch immer, kann das Gehirn nicht wirklich gute Entscheidungen treffen, die Ebene 1 gut tun. Ebene 3 kann aber nunmal nicht ohne Ebene 2, da sonst Ebene 1 aufhoert und dass das Ende von allen bedeuten wuerde. So hoert man lieber auf Ebene 2 und hofft, dass da schon was wahres dran ist.

Es gibt nun einige Moeglichkeiten, wie man die Effektivitaet von Ebene 3 steigert. Ebene 1 laesst sich nicht direkt und Ebene 2 nur indirekt beeinflussen. Eine davon waere, dass man sich ueber den Koerper informiert, die Signale lernt und die Wahrheit versteht, ohne das man sich auf das Gefuehl verlassen muss. Richtige Entscheidungen koennen nun getroffen werden. Eine weitere Moeglichkeit waere natuerlich auf Durchlass zu schalten und alle Angaben von Ebene 2 einfach zu akzeptieren. Die Effektivitaet des Koerpers steigt, weil der Informationsfluss deutlich hoeher ist. Es koennte jedoch auch zu einigen Komplikationen kommen, die aber dank des hohen Datentransfers mehr oder minder schnell geaendert werden koennen.

Wenn man sich ueber den Koerper informiert und dann auf Informationen von der Gefuehlsebene trifft, die man nicht mit einer klaren Antwort verarbeiten kann, stoesst man an Probleme. Viele dieser Entscheidungen muessen schnell getroffen werden. Wenn man jetzt versucht “klar” zu denken, dann mischt die Gefuehlsebene kraeftig mit. Man muss es schaffen diese abzuschalten, auch wenn es nur fuer einen kurzen Moment ist. Kein Impuls soll zugelassen werden. Der Geist kann dann klar das Problem analysieren und mit schon bekannten Problemen vegleichen. Eine “aus dem Bauch heraus”-Entscheidung entfaellt somit, wenn eine angepasste Loesung gefunden wurde. Falls keine gfunden werden kann, koennen annaehernde Assoziationen des Geises nun die Gefuehle hinzufuegen um ein Gesamtbild und eine moegliche Loesung zu bieten.

Das Problem ist das Abschalten der Gefuehle. Es ist sehr schwer sich hinzusetzen und einige Minuten lang zu versuchen an nichts zu denken. Das gelingt am Anfang nur sehr kurz und sowieso nur, wenn der Koerper in einem beruhigten Zustand ist. Dinge wie Hunger, Durst oder Muedigkeit, also grundlegende und von den Gefuehlen durchdringend vermittelte Beduerfnisse muessen gestillt sein. Zudem versucht die Gefuehlsebene immer wieder Signale zu senden, mit denen sich der Geist befassen soll. Diese Signale gilt es zu ignorieren. Sich nicht beirren lassen.

Wenn man das schafft, kann man auch in angestrengten, nicht prikaeren Situationen auf diese Aktionen zurueckgreifen und seinen Geist temporaer abschotten. Das kann nuetzlich sein um zu entspannen oder auch “klar” bzw. faktenbasiert zu denken. Die Frage ist nur, ob und wie weit man sich schon von den Gefuehlen abhaengig gemacht hat. Klar kann man alles trainieren aber je gefuehlsempfindsamer ein Mensch ist, desto laenger wuerde die Umstellung dauern.

Zuletzt waere noch zu sagen, dass wir ohne Gefuehlsebene nicht wirklich leben koennen, zumindest nicht sozial. Man sollte diese Ebene nicht irgendwo hin packen oder ganz abschalten versuchen. Man sollte sie sich fuer den Bedarfsfall aufheben, wenn es darum geht, andere gefuehlsempfindend denkende Menschen zu verstehen. Hier kann man den Geist und die Gefuehle ja logisch mischen um ein konsistentes Gesamtbild an Informationen zu bekommen. Auch kann man die Gefuehlsebene trainieren um in kritischen Situationen bessere Entscheidungen zu treffen. Darunter fallen allgemeine Angewohnheiten wie auch Reaktionen unter hohen Gefuehlsempfindungen, z.B. Unfaelle. Das Training ist, wie das Ignorieren der Gefuehlsebene sehr schwer. Man beobachtet die Gefuehle, den eigenen Koerper, die Signale die er sendet. Dabei spuert man Gefuehle wie richtig oder falsch. Man hat bei jeder Situation ein positives oder ein negatives Gefuehl, wobei die Staerke variiert. Man muss sich nur darueber im Klaren werden und lange nachdenken, um es notfalls mit anderen Fakten oder bewiesenen Empfindungen zu assoziieren und daran abzuwaegen. Dann kann man sich ein Bild ueber seine Gefuehle machen. Je oefter man diese positiven oder negativen Empfindungen selbst und bewusst ohne die Gefuehlsebene akzeptiert, desto mehr wird auch diese Ebene die logischen Entscheidungen akzeptieren und sie gleich so weiterleiten. Wenn man das geschafft hat, sind alte Angewohnheiten abgewoehnt oder umgestellt und auch das schnelle Handeln in gefaehrlichen Momenten kann zu richtigen Entscheidungen fuehren.

Posted by UsF at 08:30:00 | Permalink | No Comments »