Die 3 Leute
Und nun einmal etwas voellig anderes:
Es gab einmal 3 Leute. Der Erste war dem Zweiten unterstellt und uebermittelte immer viele Sachinformationen an diesen. Der Dritte wusste vom Ersten garnicht so viel, auch wenn er ihn die ganze Zeit ueber mit Aufgaben zudeckte. Nummer Zwei und Drei waren in einer engen Beziehung, die Nummer Drei eigentlich dominieren soll. Es kam aber oft vor, das der Zweite seine Position ausnutzt und den Dritten mit zuviel Nonsense ueberflutete, ihn versuchte zu ueberlasten und dazu bewegen wollte, dass Drei Zwei einfach folgt und macht, was er sagt. Doch der Dritte wollte sich aendern und weniger auf den Zweiten hoeren. Erstens aus dem Grund, dass er dann mehr Zeit haette, zweitens koennte er dann Entscheidungen treffen, die Nummer Eins weniger belasten, weil die Informationen nicht von Nummer Zwei verkrueppelt wurden und zu guter letzt wuerde der Zweite seine Informationen nicht einfach immer so beanstandungslos durchbekommen, falls Nummer Drei nicht weiss, ob sie ueberhaupt Sinn machen.
Ich habe mir heute ein wenig Gedanken gemacht, was denn unser Wesen beeinflusst. Inwieweit ich auf schon bekanntes Wissen zurueckgreif oder das auch einmal gelesen habe, kann ich nicht sagen, es kam heute spontan in meinem Kopf hoch.
Ich glaube, der Mensch bzw. das menschliche Wesen besteht im wesentlichen aus 3 verschiedenen “Ebenen”. Die Koerperebene, die Gefuehlsebene und die Ebene des Geists bilden eine Struktur, die unsere Aktionen und Reaktionen bestimmen. Die Koerperebene ist die reine Sachebene. Hier entstehen Empfindungen wie Schmerz oder auch chemische Reaktionen wie die Ausschuettung von Endorphin. Auf der Koerperebene kommen nur logische Aktionen zu Stande. Auch wuerde ich hier Reflexreaktionen einordnen. Im oberen Text waere dass dann Person 1.
Die Gefuehlsebene verarbeitet die Koerperbene in verstaendliche Informationen. Schmerz wird in ein negatives Gefuehl umgewandelt, ausgeschuettete Endorphine sollen positiv wirken und entsprechend als fuer die geistige Ebene lesbare Information verarbeitet, Person Numero 2. Die hier verarbeiteten Informationen sind nicht unbedingt logisch, sondern von Person zu Person unterschiedlich. Entsprechende Umwandlungsalgorithmen liegen im Gehirn und sind aender- bzw. anpassbar. Diese entwickeln sich im Laufe des Lebens. Die Ebene des Geistes ist die hoechste, unsere vermeindlich logisch denkende, Ebene. Hier kommen nie direkt klare Informationen vom Koerper direkt an, sondern immer nur durch die Gefuehlsebene umgewandelte Signale. Person 3. Ist die Gefuehlsebene vermurkst durch was auch immer, kann das Gehirn nicht wirklich gute Entscheidungen treffen, die Ebene 1 gut tun. Ebene 3 kann aber nunmal nicht ohne Ebene 2, da sonst Ebene 1 aufhoert und dass das Ende von allen bedeuten wuerde. So hoert man lieber auf Ebene 2 und hofft, dass da schon was wahres dran ist.
Es gibt nun einige Moeglichkeiten, wie man die Effektivitaet von Ebene 3 steigert. Ebene 1 laesst sich nicht direkt und Ebene 2 nur indirekt beeinflussen. Eine davon waere, dass man sich ueber den Koerper informiert, die Signale lernt und die Wahrheit versteht, ohne das man sich auf das Gefuehl verlassen muss. Richtige Entscheidungen koennen nun getroffen werden. Eine weitere Moeglichkeit waere natuerlich auf Durchlass zu schalten und alle Angaben von Ebene 2 einfach zu akzeptieren. Die Effektivitaet des Koerpers steigt, weil der Informationsfluss deutlich hoeher ist. Es koennte jedoch auch zu einigen Komplikationen kommen, die aber dank des hohen Datentransfers mehr oder minder schnell geaendert werden koennen.
Wenn man sich ueber den Koerper informiert und dann auf Informationen von der Gefuehlsebene trifft, die man nicht mit einer klaren Antwort verarbeiten kann, stoesst man an Probleme. Viele dieser Entscheidungen muessen schnell getroffen werden. Wenn man jetzt versucht “klar” zu denken, dann mischt die Gefuehlsebene kraeftig mit. Man muss es schaffen diese abzuschalten, auch wenn es nur fuer einen kurzen Moment ist. Kein Impuls soll zugelassen werden. Der Geist kann dann klar das Problem analysieren und mit schon bekannten Problemen vegleichen. Eine “aus dem Bauch heraus”-Entscheidung entfaellt somit, wenn eine angepasste Loesung gefunden wurde. Falls keine gfunden werden kann, koennen annaehernde Assoziationen des Geises nun die Gefuehle hinzufuegen um ein Gesamtbild und eine moegliche Loesung zu bieten.
Das Problem ist das Abschalten der Gefuehle. Es ist sehr schwer sich hinzusetzen und einige Minuten lang zu versuchen an nichts zu denken. Das gelingt am Anfang nur sehr kurz und sowieso nur, wenn der Koerper in einem beruhigten Zustand ist. Dinge wie Hunger, Durst oder Muedigkeit, also grundlegende und von den Gefuehlen durchdringend vermittelte Beduerfnisse muessen gestillt sein. Zudem versucht die Gefuehlsebene immer wieder Signale zu senden, mit denen sich der Geist befassen soll. Diese Signale gilt es zu ignorieren. Sich nicht beirren lassen.
Wenn man das schafft, kann man auch in angestrengten, nicht prikaeren Situationen auf diese Aktionen zurueckgreifen und seinen Geist temporaer abschotten. Das kann nuetzlich sein um zu entspannen oder auch “klar” bzw. faktenbasiert zu denken. Die Frage ist nur, ob und wie weit man sich schon von den Gefuehlen abhaengig gemacht hat. Klar kann man alles trainieren aber je gefuehlsempfindsamer ein Mensch ist, desto laenger wuerde die Umstellung dauern.
Zuletzt waere noch zu sagen, dass wir ohne Gefuehlsebene nicht wirklich leben koennen, zumindest nicht sozial. Man sollte diese Ebene nicht irgendwo hin packen oder ganz abschalten versuchen. Man sollte sie sich fuer den Bedarfsfall aufheben, wenn es darum geht, andere gefuehlsempfindend denkende Menschen zu verstehen. Hier kann man den Geist und die Gefuehle ja logisch mischen um ein konsistentes Gesamtbild an Informationen zu bekommen. Auch kann man die Gefuehlsebene trainieren um in kritischen Situationen bessere Entscheidungen zu treffen. Darunter fallen allgemeine Angewohnheiten wie auch Reaktionen unter hohen Gefuehlsempfindungen, z.B. Unfaelle. Das Training ist, wie das Ignorieren der Gefuehlsebene sehr schwer. Man beobachtet die Gefuehle, den eigenen Koerper, die Signale die er sendet. Dabei spuert man Gefuehle wie richtig oder falsch. Man hat bei jeder Situation ein positives oder ein negatives Gefuehl, wobei die Staerke variiert. Man muss sich nur darueber im Klaren werden und lange nachdenken, um es notfalls mit anderen Fakten oder bewiesenen Empfindungen zu assoziieren und daran abzuwaegen. Dann kann man sich ein Bild ueber seine Gefuehle machen. Je oefter man diese positiven oder negativen Empfindungen selbst und bewusst ohne die Gefuehlsebene akzeptiert, desto mehr wird auch diese Ebene die logischen Entscheidungen akzeptieren und sie gleich so weiterleiten. Wenn man das geschafft hat, sind alte Angewohnheiten abgewoehnt oder umgestellt und auch das schnelle Handeln in gefaehrlichen Momenten kann zu richtigen Entscheidungen fuehren.